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Pressemitteilungen zur gat 2016

DVGW verleiht Studienpreis Gas auf gat 2014 in Karlsruhe

Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) hat auf der gat 2014 drei herausragende akademische Arbeiten ausgezeichnet. DVGW-Vizepräsident Dr. Thomas Hüwener nahm die Ehrung der drei Nachwuchsingenieure am Eröffnungstag der gat, des bundesweit größten gasfachlichen Branchentreffens, vor. Der Studienpreis Gas ist mit insgesamt 5.000 Euro dotiert.

Toni Raabe hat sein Masterstudium an der Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik der Technischen Universität Bergakademie Freiberg absolviert. In seiner Abschlussarbeit beschäftigte er sich mit „Untersuchungen eisenhaltiger Gasreinigungsmasse in Bezug auf Sauerstoff- und Schwefelwasserstoffentfernung“. Dabei wird ein bestehendes Aufbereitungsverfahren für Biogase um die Sauerstoffentfernung erweitert und auf die Biomethanisierung übertragen. Die technischen Entwicklungen in diesem Bereich haben eine große Bedeutung für das Erdgas- und insbesondere das Biogasfach, da sie Wege für neue und kostengünstigere Verfahren aufzeigen können.

Dominik Schollenberger hat in seiner Diplomarbeit am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) die „Nutzung von Wabenreaktoren zur Methanisierung bei Power-to-Gas-Prozessen“ untersucht. Im Labor bestimmte er reaktionskinetische Daten zur Modellierung und Auslegung eines großtechnischen Prozesses. Die experimentellen Ergebnisse und weiterführenden theoretischen Überlegungen werden mit den Anforderungen des DVGW-Regelwerks an die Einspeisung von synthetischem Erdgas verglichen, die Potenziale abgeschätzt und Schlüsse für das weitere Vorgehen abgeleitet. Schollenberger liefert eine grundlagenorientierte Leistung mit hohem Praxisbezug, die für die weitere technologische Bewertung diverser Power-to-Gas-Konzepte bedeutsam ist. Seine Ergebnisse fließen direkt in laufende und zukünftige Forschungsprojekte am Engler-Bunte-Institut (EBI) ein und werden auch für die Auslegung einer Demoanlage zur Wabenmethanisierung verwendet.

Thorsten Zirwes hat seine Bachelorarbeit „Weiterentwicklung und Optimierung eines auf OpenFOAM basierten DNS Lösers zur Ver-besserung der Effizienz und Handhabung“ ebenfalls am KIT erarbeitet. Er entwickelte eine Methode zur direkten numerischen Simulation (DNS) von Verbrennungsvorgängen weiter und implementiert sie in die Open-Source-Software „OpenFOAM“. Aufgrund der weiten Zeit- und Längenskalen, die bei diesem Verfahren aufgelöst werden müssen, sind Methoden zur direkten numerischen Simulation überaus aufwendig. Mit seiner Programmierung verringert Zirwes die Rechenzeit für die DNS um 60 Prozent gegenüber dem aktuellen Stand der Technik. Mit dieser Reduktion und der guten Skalierbarkeit können Probleme aus der Praxis erfolgreich bearbeitet werden, z.B. die Flammenausbreitung in einer Verbrennungsbombe zur Messung der laminaren und turbulenten Brenngeschwindigkeit von Wasserstoff-Luft-Flammen. Die nummerische Simulation von Verbrennungsvorgängen hat in den letzten Jahren über unterschiedlichste Methoden der „computational fluid dynamics“ (CFD) Eingang in die technische Verbrennung gefunden. Auch Zirwes leistet hier Grundlagenforschung mit hohem Praxisbezug.

Die prämierten Arbeiten behandeln eine anspruchsvolle Themenstellung auf ausgesprochen hohem wissenschaftlichem Niveau und beweisen durch praxisrelevante Ergebnisse ihre Bedeutsamkeit für aktuelle Entwicklungen im Gasfach. Der DVGW-Studienpreis wird jährlich zur Förderung des Nachwuchses im Gas- und Wasserfach an hervorragende Diplom-, Master- oder Bachelorarbeiten verliehen. Er ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Arbeiten einen praktischen Bezug zu technisch-wissenschaftlichen Fragestellungen im Gas- und Wasserfach haben und mit der Note „sehr gut“ bewertet worden sind. Die Einreichungsfrist für den nächsten Studienpreis endet am 31. März 2015. Weitere Informationen erhalten Interessenten unter: www.dvgw.de/studienpreis.